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Discounter-Bio oder Bio-Laden: Wo kaufe ich möglichst nachhaltig ein?

Bio-Lebensmittel beim Discounter sind oft deutlich günstiger als im Bio-Markt. Bedeutet der niedrigere Preis automatisch weniger Nachhaltigkeit? Diese Anleitung hilft Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihren ökologischen Einkauf zu treffen.

Zusammenfassung: Wo soll ich kaufen?

Discounter-Bio: Supermarkt-Regale mit Bio-Produkten.

“Bio”-Qualität ist überall gleich. Insgesamt gesehen achten Bio-Läden aber meist auf mehr Nachhaltigkeitsaspekte als Discounter. Am ökologischsten ist der Einkauf bei einem nahegelegenen Bio-Markt mit regionalen Produkten.

  • "Bio” ist “Bio”, im Discounter wie im Bio-Laden: Ein Produkt mit Bio-Siegel ist überall gleichermaßen “bio”, egal ob im Discounter oder im Bio-Fachmarkt. Auch Discounter-Bio ist daher eine vollwertige, nachhaltige Alternative zu konventioneller Ware.
  • Was den Unterschied macht, ist die Art des Siegels: Das EU-Bio-Siegel setzt den Mindeststandard für Bio-Produkte. Die Siegel von Verbänden wie Demeter, Bioland oder Naturland gehen zum Teil weit darüber hinaus.
  • Discounter machen Bio für mehr Menschen zugänglich: Bio vom Discounter ist ein wichtiger Hebel für die Agrarwende, da er ökologische Lebensmittel für mehr Käufer*innen zugänglich macht.
  • Bio-Läden bieten mehr Auswahl und Nachhaltigkeit: Wer ein breiteres Angebot will, und außerdem gezielt kleine Erzeuger, Artenvielfalt auf dem Acker und plastikfreies Einkaufen fördern möchte, sollte den Bio-Fachhandel bevorzugen.

Ist Discounter-Bio „minderwertig“?

Discounter-Bio: Eine Frau hält einen Apfel in der Hand und begutachtet ihn.

Viele Verbraucher*innen fragen sich, ob Discounter-Bio minderwertig ist. Die Antwort lautet: Nein. Discounter-Bio ist qualitativ nicht schlechter als Ware aus dem Bio-Fachhandel.

  • Der EU-Bio-Standard gilt für alle: Alle Bio-Produkte - also auch jene bei Discountern wie Aldi, Lidl & Co. - müssen die EU-Bio-Standards erfüllen, um sich “Bio” nennen zu dürfen und um das EU-Bio-Siegel tragen zu dürfen. Die EU-Bio-Standards definieren die Mindestanforderungen an Bio-Produkte.
  • Auch höhere Standards verfügbar: Viele Discounter führen mittlerweile Ware von Premium-Verbänden wie Demeter, Bioland oder Naturland. Deren Standards gehen zum Teil weit über den gesetzlich vorgegebenen Mindeststandard des EU-Bio-Siegels hinaus, zum Beispiel beim Tierwohl.
  • Testergebnisse: Öko-Test bewertet Discounter-Bio-Produkte regelmäßig mit „gut“ oder „sehr gut“.

Warum ist Discounter-Bio teils günstiger?

Discounter-Bio: Viele Einkaufswägen eines Discounters stehen zusammengeschoben in einer Reihe.

Der Preisunterschied liegt nicht an mangelnder Qualität, sondern an der Struktur:

  • Discounter nutzen extrem schlanke Strukturen und standardisierte Abläufe.
  • Große Abnahmemengen stark nachgefragter Waren senken den Preis.
  • Weniger Vielfalt und einfache Warenpräsentation (auf Paletten/im Karton) sparen Kosten.
  • Fairness: Laut Berichten (z. B. Bioland) gibt es kein generelles Preisdumping; oft werden Fair-Play-Regeln und Ombudsstellen vereinbart.

Bio-Läden unterstützen durch teilweise höhere Preise eine kleinteiligere Marktstruktur.

Nachhaltig einkaufen: Entscheidungshilfe

Eine Frau transporiert ihren Einkauf in Papiertüten auf einem Fahrrad.

Welcher Laden ist der beste? Das kommt darauf an, was Ihnen besonders wichtig ist. Die folgende Checkliste hilft Ihnen dabei, Ihre Prioritäten zu bestimmen und sich für eine Art von Laden zu entscheiden.

1. Vielfalt und Sortiment

  • Bio-Supermarkt: Bietet eine riesige Auswahl von bis zu 6.000 Artikeln. Ideal, wenn Sie möglichst alle (Wochen-)Einkäufe in einem Aufwasch erledigen wollen, Nischenprodukte suchen und Vielfalt bei der Auswahl schätzen.
  • Discounter: Fokus auf Standardprodukte und Produkte, die besonders viel und schnell verkauft werden. Im Schnitt sind bei Discountern etwa 70 bis 100 Artikel im Angebot.
  • Tipp: Möchten Sie eine vielfältige Landwirtschaft unterstützen, bietet der Fachhandel mehr Absatzwege für unterschiedliche Pflanzkulturen.

2. Regionalität und kleine Erzeuger

  • Bio-Supermarkt: Arbeitet oft mit kleineren, regionalen Betrieben zusammen. Die Strukturen sind weniger zentralisiert, was lokale Kreisläufe stärkt.
  • Discounter: Bietet zwar Regionalfenster an, setzt aber meist auf Großbetriebe, die riesige Mengen liefern können.

3. Verpackung und Müllvermeidung

  • Bio-Supermarkt: Punktet durch unverpackte Ware und ein breites Angebot an Pfandsystemen (Glas statt Plastik).
  • Discounter: Bio-Obst und -Gemüse sind hier oft plastikverpackt; Mehrwegoptionen für Milchprodukte fehlen meist.

4. Anfahrt und CO2-Bilanz

  • Erreicht man einen Laden zu Fuß oder mit dem Fahrrad, ist das ökologischer als eine Fahrt mit dem Auto.
  • Ein Discounter um die Ecke ist folglich klimatechnisch besser als eine weite Autofahrt zum fernen Bio-Supermarkt.
  • Am besten ist folglich ein nahe gelegener Bio-Fachmarkt.

5. Preisgestaltung und Fair Play

  • Bio-Supermarkt: Unterstützt durch teilweise höhere Preise eine kleinteiligere Marktstruktur (kein Oligopol).
  • Discounter: Günstige Preise entstehen durch hocheffiziente Logistik und Massenabnahme, nicht zwingend durch Preisdumping. Bioland und Lidl nutzen beispielsweise eine Ombudsstelle für faire Verhandlungen.

6. Soziale Nachhaltigkeit und Fairer Handel

  • In Sachen Menschenrechte in der Lieferkette holen Discounter wie Lidl und Aldi zunehmend auf (z.B. beim Oxfam-Check).
  • Aber: Wer maximalen Wert auf fairen Handel („Fair Trade“) legt, findet im Bio-Fachhandel ein deutlich größeres Sortiment an zertifizierten Produkten.

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