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Henna-Farbe richtig anwenden - natürlich ohne Schadstoffe

Henna ist ein traditionelles Färbemittel aus den Blättern des asiatischen Henna-Strauchs. Während der reine Farbstoff laut wissenschaftlichen Studien nicht krebserregend ist, lauern die Gefahren oft in den Zusatzstoffen der Fertigprodukte. Mit dieser Anleitung färben Sie Ihre Haare oder Haut sicher und ökologisch.

Worauf Sie beim Kauf von Henna achten müssen

Henna-Farbe richtig anwenden: Grünes Henna-Pulver in einer weißen Schale.

Das Färbemittel Henna wird aus den Blättern des asiatischen Henna-Strauchs gewonnen, es hat damit einen rein natürlichen Ursprung. Die Fertigprodukte jedoch enthalten oft noch eine Vielzahl weiterer Stoffe, die gesundheitsschädlich sein können. Daher ist nicht alles, was als „Henna“ deklariert ist, ist auch rein pflanzlich.

  • Setzen Sie auf 100 Prozent Bio-Henna: Wählen Sie Produkte, die ausschließlich aus Bio-Henna-Pulver bestehen. Natürliches Henna ohne Zusatzstoffe ist unbedenklich.
  • Reines Henna gilt als unbedenklich, solange es nur mit natürlichen Stoffen wie Wasser, Zitronensaft, Zucker oder Tee verarbeitet wird.
  • Vorsicht vor PPD (Para-Phenylendiamin): Dieser Stoff wird oft beigemischt, um die Farbe zu intensivieren. Er hat jedoch ein sehr hohes Potenzial, schwere Allergien und Hautreaktionen auszulösen. Meiden Sie Produkte mit PPD konsequent.

Anleitung: Wie Sie Henna-Farbe richtig anrühren

Henna richtig anwenden: In eine rote Schüssel mit grünlichem Hanna-Pulver wird Wasser geschüttet. Neben der Schüssel liegen Zitronen.

Die richtige Mischung macht´s

Für ein optimales und kräftiges Farbergebnis kommt es auf die richtige Mischung an. So erzielen Sie eine natürlich starke Farbe:

  • Nutzen Sie reines Henna-Pulver in Bio-Qualität.
  • Für besonders kräftige und dunklere Farbtöne empfiehlt es sich, heißes Wasser oder - noch besser - heißen Schwarztee zu verwenden. Die darin enthaltenen Gerbstoffe wirken als natürlicher Verstärker und erhöhen die Färbewirkung deutlich.
  • Verrühren Sie das Pulver mit der heißen Flüssigkeit zu einer geschmeidigen Paste, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind.

Henna-Farbe mit Schwarztee intensivieren

Henna wird mit starkem Schwarztee angerührt, um die Farbintensität zu verstärken und einen tieferen, bräunlicheren Rotton zu erzielen. Der Tee ersetzt dabei Wasser, um die Gerbstoffe für eine dunklere Nuance zu nutzen. 

  • Tee zubereiten: Vier bis fünf Esslöffel hochwertigen, losen Schwarztee - oder drei bis viert Beutel - mit 0,5 l siedendem Wasser aufgießen und mindestens 30 Minuten ziehen lassen.
  • Henna anmischen: Den lauwarmen, abgeseihten Tee nach und nach unter das Hennapulver rühren, bis eine geschmeidige, joghurtartige Paste entsteht.
  • Einwirken lassen: Die Paste abgedeckt einige Stunden ruhen lassen, damit sich die Farbe entwickelt - je nach Henna-Art bis zu zwölf Stunden.
  • Auftragen: Die Masse gleichmäßig auf das gewaschene, handtuchtrockene Haar auftragen.
  • Einwirkzeit: Mit einer Duschhaube und einem Handtuch abdecken (Wärme fördert das Ergebnis) und für eine bis drei Stunden einwirken lassen.
  • Auswaschen: Die Haare gründlich nur mit Wasser ausspülen, bis das Wasser klar bleibt. Shampoo erst nach circa 24 Stunden verwenden, um das Nachdunkeln zu ermöglichen. 

Mit Henna färben: Sicherheit geht vor

Henna richtig anwenden: Henna-Farbe wird mit einem Pinsel auf die roten Haare einer jungen Frau aufgetragen.

Ob als Haarfarbe oder als traditioneller Hautschmuck: Sicherheit geht vor.

  • In Deutschland ist Henna offiziell nur als Haarfärbemittel – mit PPD – zugelassen, der Farbstoff ist nicht in der Kosmetikverordnung gelistet und darf daher nicht als Hautfärbemittel verkauft werden. Da die Produkte jedoch für beide Anwendungen dieselben sind, werden die Haarfarben auch für die Haut genutzt.
  • Achten Sie auf die Inhaltsstoffe: Hennafarben, die PPD oder andere ungewünschte Zusatzstoffe enthalten, gehören nicht auf die Haut – auch nicht auf die Kopfhaut, selbst wenn solche Produkte erlaubt sind. Als Farbverstärker dienen zum Beispiel Gummi aus Reifen und Schuhsohlen, sowie Rußpartikel. Wer jedes Risiko ausschließen möchte, dem raten wir, Henna-Produkte generell zu meiden.
  • Der entscheidende Risikofaktor ist Para-Phenylendiamin (PPD), das zu den aggressivsten Kontakt-Allergenen überhaupt gehört. Dieser synthetische Zusatzstoff ist in vielen Henna-Produkten enthalten, er kann auf der bemalten Haut leicht zu Juckreiz, Schwellungen und Wunden führen, die manchmal bleibende Narben hinterlassen.
  • Lebenslange Allergien sind bei etwa vier Prozent der Menschen, die durch Henna mit PPD in Berührung kommen, die Folge. Wir warnen deshalb vor Henna-Produkten, deren Inhaltsstoffe nicht ausreichend gekennzeichnet sind. Vor allem wenn das Henna sehr dunkel färbt, enthält es wahrscheinlich künstliche Farbstoffe.

Für die Bewertung der Sicherheit ist in Deutschland die Kosmetik-Kommission des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zuständig, die sich nach den EU-weiten Richtlinien des SCCNFP richtet.


Gesundheitsgefahr durch PPD in Henna-Farben

Einschätzung des Bundesamts für Risikobewertung (PDF)